“Bei Dir ist aber auch immer das Motto: Hauptsache anders!” Verzweifeltes Statement aus meinem engsten Umfeld, das ich mit schöner Regelmäßigkeit vorgehalten bekomme. Hauptsache anders? So aus Prinzip? Seh ich anders …
Als ich z.B. schwanger war, habe ich mich mit vielen Müttern unterhalten über ihre Geburtserfahrungen. Keine Einzige schilderte mir eine SCHÖNE Geburtserfahrung, alle hatten im Krankenhaus entbunden. Das kann doch irgendwie nicht sein, dachte ich mir. Und machte mich auf die Suche. Und wurde fündig: bei Frauen, die ihre Kinder zuhause oder in einem Geburtshaus auf die Welt gebracht hatten. Da ich die Wahl hatte – warum hätte ich etwas wählen sollen, was eine NICHT SCHÖNE Erfahrung erwarten ließ?
Die Wahl eines Kindergartens stand an. Ich spazierte an vielen Kindergärten in meinem Stadtteil vorbei – das schönste Wetter, die Kinder spielten oft drinnen. Sah ich sie mal draußen spielen, konnte ich auch gleichzeitig beobachten, dass Erzieherinnen rauchend in einer Ecke zusammenstanden. Endgültig abgeschreckt war ich beim Martinszug: alle Kinder einer Kindergartengruppe hatten das gleiche Fackel-Motiv! Das war mein ganz persönliches “geht-für-mich-gar-nicht”
Gelandet sind wir dann bei der Gründung eines zweiten Waldkindergartens in Düsseldorf
Und so zieht sich das Thema durch mein Leben: ich schaue mich um, suche nach positiven Alternativen – und wähle! Und wenn ich damit nicht der Wahl der Masse entspreche – dann ist das nicht, weil ich “Hauptsache anders” wählen möchte, sondern weil ich “Hauptsache schön” wähle!
So “brüte” ich derzeit sehr intensiv über den Angeboten, die ich unter “Aktuelles” veröffentlicht habe. Wie empfinde ich es FÜR MICH UND FÜR MEINE KUNDEN als am schönsten? Ist etwas, nur weil es “alle” so machen oder weil es “chic” ist oder “trendy”, auch das für mich Passende? Muss ich für die Anmeldung zu einer Veranstaltung ein Event-Tool nutzen? Ist “ein Klick und bequem und komfortabel gebucht und bezahlt” das, was sich gut anfühlt? Wenn nein – was wäre schön und passend? Anmeldung per Telefon? Zu einem Hörer greifen und miteinander REDEN? Direkt etwas davon mitbekommen, wie der Andere “tickt”, ob da eine Wellenlänge ist, vielleicht schon ein paar erste Informationen austauschen? JA – auch oder vielleicht gerade weil es sich “antiquiert” anhört
Der Preis eines Beratungsgesprächs – wie soll ich den nur bewerten? Kann das nicht nur der Kunde “danach” bewerten? Welche Zeitangabe soll ich vorgeben – kann man planen, nach 45 Minuten “fertig” zu sein? Was fände ich als Kunde schön? Wenn beides “offen” wäre. Was fände ich als Anbieterin schön? Wenn mein Angebot angenommen wird und ich helfen kann … und eine angemessene Bezahlung die logische Folge ist
Jetzt fühlt es sich gut an für mich!
Auch für Sie?
.